Nino Bulling works across comics, textiles, and publishing formats, using graphic narrative as a site to explore political violence, emotional affinity, sex, and gender. Their practice is grounded in collective organizing and autonomous education. Nino lives and works in Berlin, Germany.
Ausstellungen
2025 Third Surface /gr berlin atonal
Knotting Unruly Ties /gr nGbK Berlin
Von der Seite in den Raum /gr Klingspor Museum Offenbach
Evidence. Dessiner le présent /gr Musée Tomi Ungerer Strasbourg
2024 Grafixx De Studio Antwerpen
Togetherness /gr Kunsthaus Göttingen
Metamorfismo mit Francisco Leiro galería Marlborough Madrid
Coexist /gr Mittelrhein Museum Koblenz
We Who Move The World Forward /gr Acud Berlin
2023 Gewalt Erzählen /gr Sigmund-Freud-Museum Wien
„Losing the Plot“ untersuchte die Gemeinsamkeiten zwischen Comics und Theater, Hörspiel, Musik und Poesie; sowohl formal als auch in den Überschneidungen zwischen künstlerischen Szenen und Organisations- und Überlebensstrategien. In drei Workshops konnten Teilnehmer*innen sich in Sounddesign für Lesungen, Szenografie und crossmedialem Schreiben von Dialogen ausprobieren. An den Abenden gab es Vernetzungstreffen für Schreibende verschiedener Disziplinen und Lesungen von Künstler*innen, die jenseits von Genregrenzen schreiben und produzieren. „Losing the Plot“ interessierte sich dafür, welche Bedingungen es braucht, damit es experimentelle (grafische) Literatur geben kann.
Losing the Plot Flutgraben Berlin Veranstaltungsreihe der Comic Gewerkschaft Mit: Leonie Ott, Jeffrey Trehudic, Mazen Kerbaj, 1pp1, Bär Kittelmann, Julia Gerke, Cécil Joyce Röski 10/2025
Wasser Stand / water level dokumentiert eine Recherche zu Entwässerung und Trockenheit in der Brandenburgischen Region Uckermark vom Torfabbau im 19. Jahrhundert über die Industrialisierung der Landwirtschaft in der DDR zur massiven Preissteigerung und Spekulation mit agrarischen Böden heute. Die Reportage nimmt den Garten der Familie und den Blick über eine Landschaft, die sich als ehemaliger Sumpf entpuppt, als Ausgangspunkt. Entstanden im Auftrag des Internationalen Literaturvestival Berlin für den Schwerpunkt Bioökonomie, veröffentlicht als e-book und online in Englischer Übersetzung auf drawingthetimes.com.
erschienen 09/2020 29,7 x 42 cm 12 Seiten, farbig Deutsch / Englisch
ISBN 9783959052986
Tamgout, Buchenwald, Paris
2015
Beitrag
42 Seiten, Englisch
Redrawing Stories from the Past, kuš! (Riga)
13
14
12
„Tamgout, Buchenwald, Paris“ folgt den Spuren zweier Männer, die im deutsch besetzten Frankreich der 1940er Jahre im Sog von Gewalt und Verfolgung geraten. Im ersten Kapitel wird vom algerischen Kaufmann Mohamed Kaci anhand seiner Lagerakte, den Aufzeichnungen eines Mitgefangenen und Gesprächen mit dem Buchenwald-Überlebenden Pierre Bur berichtet. Das zweite Kapitel dokumentiert die Recherche zu dem tunesischen Lungenspezialisten Dr. Ahmed Somia, der an seinem Pariser Krankenhaus mutmaßlich eine Résistancegruppe betrieb. Seine Spur findet und verliert sich in einer Audioaufnahme im Kommunalen Archiv von Bobigny.
erschienen in: Redrawing Stories from the Past kuš! komiksi (Riga) Hrsg.: 11/2015 42 Seiten, farbig Englisch/ Deutsch
»Die auf tatsächlichen Lebensgeschichten basierenden Comics werden nicht als bruchlose Abfolge von Ereignissen dargestellt, sondern als Erzählungen voller Lücken und Brüche. Die Comics stellen vor allem Fragen: Welche Geschichten sind es, die als „große Geschichte“ erzählt werden, und welche Geschichten gehen im Laufe der Geschichte verloren?« Jonas Engelmann in Comic. Das Magazin für Comic-Kultur
»Die Geschichte beginnt, als gäbe es keine Geschichte: „Augen: keine Angabe. Nase: keine Angabe. Mund: keine Angabe. Haare: keine Angabe.“ Ein Foto gibt es nicht, es ist als habe es den Menschen Mohamed Kaci nie gegeben. Der Comic-Künstler Nino Bulling hat für seinen Beitrag zum Ausstellungsprojekt „Redrawing Stories from the Past“ in der Neuköllner Galerie im Saalbau viele Akten in Archiven zur Zeit des Nationalsozialismus gewälzt und ist dabei auf den Namen Kaci gestoßen. Ein kleiner Bericht in einem Buch über arabische Inhaftierte in den nationalsozialistischen Lagern nennt den Namen des Algeriers. Bulling hat weiter recherchiert und mehr Informationen über den Insassen mit der Nummer 78893 F zusammengetragen. Ein Gesamtbild zu erstellen, gelingt zwar nicht, dafür fehlen zu viele Angaben zum sozialen und politischen Hintergrund, doch trotzdem: In seinem Comic „Tamgout, Buchenwald, Paris“ macht Bulling sich auf die Suche nach der Geschichte von Mohamed Kaci – einem Mann, der vergessen wurde.« (Christine Steenken in „Geisterbeschwörung“, taz)