Gemeinheitsteilung / Common Enclosures @nGbK
Publikation, Ausstellung
nGbK Berlin
„Der postfeudale, kapitalistische Staat gewährt oder entzieht Menschen Freiheiten, um Privateigentum zu schützen. Wie ein Schatten legt sich dies auf den Alltag und sucht Versuche der Umverteilung heim.
Nino Bulling’s Comicstrip Gemeinheitsteilung hält sensibel Momente fest, wo dies in Vergangenheit und Gegenwart Berlins und Umgebung deutlich wird. Der Feudalismus endete hier vor gut 200 Jahren, und die Erlangung der Bürger:innenrechte für ehemalige Leibeigene ging mit der Abschaffung des Gemeinguts einher. Nino Bulling bezieht sich auf Archivmaterial aus der historischen Gemeinheitsteilung – das heißt der Auflösung von Gemeineigentum und Nutzungsrechten – eines Dorfes in Brandenburg, wo er möglicherweise selber Land eben wird. Verknüpft wird dies mit einem Inventar von Bullings persönlichen Gegenständen im Rahmen der frühzeitigen Auflösung seines Finanzkollektivs, das über zwölf Jahre hinweg das Einkommen seiner Mitglieder teilte. Zwei Privatisierungsprozesse bilden so den Kern eines Tagebuchs, das nachzeichnet, wie Eigentum und die mit ihm verbundenen Systeme von Kontrolle und Strafe unseren Alltag prägen: von unseren Beziehungen zu Haushaltsgegenstände und materiellen Andenken bis zur buchstäblichen Gleichsetzung von Geld mit Zeit im Gefängnissystem.“(Aus dem Faltblatt zur Ausstellung, Text: Arbeitsgruppe Sich Unverfügbar Verknoten)
Gemeinheitsteilung / Common Enclosures
06/25
für Sich Unverfügbar Verknoten /
Knotting Unruly Ties
nGbK Berlin
Kuration: Jyl Franzbecker, Tyan Fritschy, Sonja Hornung, Mizu Sugai, Ülkü Süngün























